3. März 2010 in Handy Neuigkeiten von

legend-final

Das HTC Legend- da liegt es vor uns und wartet auf einen Test. Den kann es bekommen, die Vorankündigungen waren ja durchaus von positiver Resonanz begleitet, schauen wir mal ob es auch uns überzeugt.

Vorweg: Im Vergleich zum zeitgleich erscheinenden HTC Desire ist das Legend etwas einfacher ausgestattet, ein echter Pluspunkt, der auch den vergleichsweise hohen Preis ( das Legend ist nur etwa 40 € günstiger als das Desire ) wettmacht, ist das allerdings die Optik des Legend.

Das HTC Legend ist mit 126 Gramm und einer Dicke von 11,5 mm schlank und handlich. Das Aluminiumgehäuse mit zwei gummierten Kunststoffelementen auf der Rückseite wirkt in der Praxis hochwertig und robust, nichts wackelt, nichts macht komische Geräusche. Fast gerät man in Versuchung auszuprobieren ob das Legend wirklich so robust ist wie es scheint…

In Schwarz und Silber gehalten wirkt das HTC Legend klassisch und chic. Der typische Knick in der Optik stört kaum noch, man gewöhnt sich eben an so einiges ;-). Der Trackball, den das HTC Hero noch hatte, hat man beim HTC Legend durch ein Touchpad ersetzt, ansonsten findet man auf der Vorderseite des Legends die üblichen vier Navigationstasten, an der Seite des Handys einen Kippschalter für die Lautstärke.

Inbetriebnahme und Bedienung

Eigentlich ist es ja fast schon Tradition. Wie so oft hatte ich Probleme die Simkarte in dem dafür vorgesehenen Schacht unterzubringen bzw. überhaupt an den Schacht heranzukommen.

Für alle die es genau wissen möchten: Akkudeckel entfernen, verwundert den Kopf darüber schütteln, dass sie Simkarte nicht in den Schacht passt, dann die Plastikabdeckung entdecken und an der mit „open“ gekennzeichneten Stelle aufklappen, Simkarte einlegen und darüber freuen, dass man sich mal wieder unglaublich clever angestellt hat.

Nach dem Einschalten des Handys bekommt man eine kleine On- Screen- EInweisung zu den wichtigsten Funktionen des Handys. Für Neueinsteiger sicher sehr sinnvoll, Profis können die Einweisung einfach überspringen.  Nach einigen weiteren Spielereien mit dem Handy stelle ich fest, dass es zusätzlich zur Anfangseinweisung Kurzeinweisungen in verschiedenen Programmen gibt. Sinnvoll und erspart das herumprobieren bzw., je nach Geschlecht ;-) den Griff zur Bedienungsanleitung.

Einrichten von Programmen und Apps

Ich habe ja schon mehrmals angemerkt, dass ich das Android-Betriebssystem (auf dem Legend ist die 2.1 Version installiert) bzw. die Kombination mit der Benutzeroberfläche Sense recht übersichtlich und leicht bedienbar finde. Das HTC Legend enttäuscht einen, was das angeht, nicht.

Mein Tets-Emailaccount ( der NICHT bei Google ist!) ist innerhalb von einer Minute synchronisiert, die für die ersten Schritte wichtigsten Programme sind bereits auf dem Startbildschirm installiert und passend zum Wetter in Köln regnet es auch auf dem Startbildschirm ( die Tropfen werden per Scheibenwischer entfernt). JA ich weiß, das ist eine Spielerei, aber es soll ja Menschen geben, sie so etwas mögen ;-) .

Die Facebook- App und andere sind schnell auf einem freien Bildschirm untergebracht (einfach die „+“ Taste drücken, wenn man sich auf dem zur Ablage gewünschten Bildschirm befindet, Programm auswählen und auf den Bildschirm ziehen.) und das Internet mit einem Klick gestartet. Google Talk funktioniert (sofern man ein Google Konto hat) im ersten Versuch.

Das Internet und die Geschwindigkeit

Die Nutzung des Internets macht mit dem HTC Legend wirklich Spaß: schnell, nahezu ruckelfrei und im Gegensatz zu vielen anderen, hier nicht namentlich erwähnten Handys,  beherrscht das Legend Flash und Multitouch.

Und auch sonst überzeugt die Geschwindigkeit des HTC Legend. Im Gegensatz zum HTC Desire ist der Prozessor deutlich schwächer, das Desire richtet sich allerdings  auch eher an Technikfreaks während das Legend eher Freunde solider Technik und Fans einer ansprechenden Optik anlockt. Letztere werden sich mit dem Legend sicher wohlfühlen denn für normale Anwendung reicht die Rechenleistung des kleineren Prozessors allemal.

Das Display

Was die Optik angeht, überzeugt auch das Display. Das Legend verfügt, wie auch das Desire, über ein AMOLED- Display das im Vergleich zu einem LED Display deutlich sattere Farben, schärfere Kontraste und einen umfangreicheren Betrachtungswinkel bietet. Der Rest der Displaytechnik ist allerdings eher Standard: 320×480 Pixel und eine Diagonale von 3,2 Zoll ( 8,12 cm). Wir haben ein iPhone 3G neben das Legend gehalten und müssen zugeben, dass das Legend das iPhone in Sachen Farbdarstellung, Kontraste und auch in Bezug auf die Auflösung locker schlägt.

Die Kamera

„Warum um alles in der Welt sind die Fotos alle so schrecklich verschwommen?“… nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit mit der Fehlersuche verbracht habe, hier ein kleiner Tip: Einfach mal die Linse sauber wischen hilft ganz enorm …

Die Aufnahmen die man mit der 5 Megapixelkamera des Legend ( und einer sauberen Linse) tätigt sind scharf, Farben werden gut dargestellt die Auslösezeit hält sich in Grenzen und bei schlechten Lichtverhältnissen hilft die Fotoleuchte.

Verschiedene Einstellungen können geändert werden, wir haben es jedoch einfach mal bei den Grundeinstellungen. Für alle Fotofreaks: Folgende Optionen können individuell angepasst werden:

Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Schärfe, Effekte, Weißabgleich, ISO, Auflösung, Breitbildformataufnahmen, Speicherort, Qualität, Selbstauslöser, Geotag, Zeitstempel, Messmodus, Nach Auslösen ansehen, Autofokus ein/aus.

Für eine Handykamera ist die des Legend auf jeden Fall akzeptabel!

Die Bilder können mit einem Klick an Flickr und/ oder Facebook gesendet werden. Hier zwei Beispielbilder. Leider war Fotoobjekt 2 nicht in Stimmung für ein Fotoshooting, Fotoobjekt 1 hat sich dafür aber besonders motiviert in Pose geworfen.

elwood-legend

keine-lust-auf-fotos

P.S Das vorinstallierte Demovideo war ein Video zum HTC Hero. Wir gehen mal davon aus, dass das ein Fehler unseres Testgeräts war, der in der „richtigen“ Version behoben sein wird.

Fazit

Das Legend überzeugt nicht nur durch seine Optik sondern auch durch die verbaute Software und Technik. Es gibt einige kleinere Fehler ( Die Menusprache beispielsweise ist auch nach Einstellung auf Deutsch  teilweise noch in Englisch) bei denen wir jedoch nicht sicher sind, ob die nicht einfach darauf zurückzuführen sind, dass unser Gerät ein Testgerät ist.
Die Bedienung des Legend erfolgt nach einer kurzen Eingewöhnung intuitiv und ist selbsterklärend. Kleine Hinweise beim Öffnen der Programme vereinfachen den Einstieg. Das Legend lässt sich einfach individualisieren, Programme lassen sich schnell und einfach herunterladen, natürlich wünscht man sich noch eine etwas größere Vielfalt im Android- Market, aber das wird sicher noch kommen.

Absolute Pluspunkte des Legends sind die Geschwindigkeit und das Display das für meinen Geschmack allerdings ruhig etwas größer sein dürfte!

Würde ich das Legend selbst nutzen? Auf jeden Fall! Würde ich es gegen mein Apfeltelefon eintauschen? Wohl eher nicht, das hat aber wahrscheinlich eher emotionale Gründe.  Bekäme ich das Legend geschenkt, würde ich mich freuen und es im Wechsel mit dem Apfeltelefon benutzen. Und ganz ehrlich: das habe ich noch von keinen Handy behaupten können.

Ganz sicher ist HTC mit Smartphones dieser Art auf dem richtigen Weg.

Ich frage mich jedoch, ob nur ich so angetan bin. Ich bin ein bekennender HTC und Android Fan und reiche das Handy deswegen für einen Schnelltest an Jenny weiter.

Jennys Bemerkungen zum Legend

Ganz schön fix das Legend, die virtuelle Tastatur ist mir zu klein, lange Fingernägel gehen bei dieser Tastatur gar nicht.
Wortvorschläge beim Schreiben von SMS oder Google Talk sind übersichtlich angezeigt, man kann über den Touchscreen eins der Wörter auswählen- sehr praktisch.

Kleiner Feldzug durch ausgewählte Anwendungen

Youtubevideos werden schnell geladen, der Sound ist etwas blechern, über Kopfhörer ist der Sound besser. Die Navigation zurück erfolgt nicht über den Touchscreen sondern über die Navitasten am Handy, das ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber.

Grundsätzlich ist das Handy sehr selbsterklärend, einfache Bedienung, man findet was man sucht und zwar schnell.

Spiele: Reagiert schnell, fast zu schnell, erlaubt keine Grobmotorik.

Download von weiteren Programmen am Beispiel WordPress: schnell runtergeladen, leicht in der Programmauflistung des Handys zu finden, denn alle Programme werden alphabetisch angezeigt.

Blöd ist, dass man im WordPressprogramm ( und leider nicht nur da) die virtuelle Tastatur schließen muss, um an die Entertaste zu kommen, die wird sonst von der virtuellen Tastatur verdeckt.

Und dann… stürzt WordPress auf einmal ab. Einfach so, beim Öffnen eines bestehenden Eintrags. Ich glaube nicht, dass das an der App gelegen hat, wahrscheinlich ist das Handy mit der großen Seite überfordert gewesen.

Routenplaner: Aktuelle Position schnell bestimmt. Der Weg zum Ziel ist schnell ausgesucht, beim Erreichen eines Zwischenpunktes wird die nächste Etappe über kleine Sprechblasen angezeigt, ein bisschen wie bei einem richtigen Navi.

Grafik: Beim Vergrößern von Bildern auf unserer Homepage werden die Bilder nicht wirklich scharf dargestellt.

Jennys Fazit: durchaus endlich mal eine ernst zu nehmende iPhone- Konkurrenz, sobald der Android Market weiter ausgebaut ist.