7. Juni 2012 in Allgemein, Handy Neuigkeiten von

Auf das Samsung Galaxy S3 haben viele Leute gewartet. Wir haben es hier gehabt und wollen unsere Erfahrungen nun mit euch teilen.

Verarbeitung und Äußerlichkeiten

In anderen Berichten stand, dass die Verarbeitung des S3 unterdurchschnittlich schlecht sei. Der erste Blick und auch die ersten Eindrücke haben mich bei weitem nicht so geschockt wie ich befürchtet hatte.
Das S3  ist keinesfalls top verarbeitet, aber ich hatte es mir wesentlich schlimmer vorgestellt. Ok, wenn man den dünnen Plastikdeckel der den Akku versteckt  abnimmt um die Sim, die SD Karte und den Akku einzulegen, denkt man, man wäre in der Einsteigerklasse der Smartphones gelandet. An der  Seite des S3 zieht sich ein silberner Rand rund um das Gerät. Leider auch nur Plastik auch wenn es wie Aluminium aussehen will. Ein bisschen „hochklassiger“ hätte sein dürfen, katastrophal billig wirkt  das S3 aber keinesfalls.

Auffällig ist natürlich das 4,8 Zoll große Super AMOLED HD Display. Auch wenn das nicht nur groß scheint sondern es tatsächlich ist, ist das S3 nicht so ein Brecher wie man vieleicht vermuten mag.  Der Trick ist ganz einfach:  viel Display und wenig Rand.

Mit 133g ist das S3 etwas schwerer als sein Vorgänger. Das finde ich allerdings eher gut, denn das geringe Gewicht lässt das S2 auch nicht unbedingt wertig wirkt. Bei der Gerätedicke tut sich nicht allzu viel, das S3 ist 8,6 mm tief und somit 0,1 mm dicker als das S2.

Neben der Hörmuschel befinden sich am oberen Ende des S3 die 1,9 Megapixel starke Front-Kamera, die sich im Test der Videotelefonie wirklich gut verkauft hat. Daneben befinden sich die optischen Sensoren, die auf dem weißen Hintergrund natürlich etwas markanter sind als vermutlich beim blauen Modell, jedoch aus meiner Sicht nicht stören.

Am unteren Ende des Geräts befinden sich das Mikrofon (Unterseite) , der Menü-Button, der bei langem Drücken die Suchfunktion auslöst, der Home-Button, der bei langem Drücken das Multitasking auslöst und schließlich rechts die Zurück-Taste.

Das Gerät ist mit einer Schicht Gorilla Glas 2 überzogen worden, der Home-Button ragt durch diese Schicht hindurch. Auf der rechten Seite findet man den Power,  und auf der linken Seite den „Vol.“  Schalter. Beide sind gut positioniert, sodass Rechts- sowie Linkshänder die Lautstärke während eines Telefonats problemlos verändern können. An der Unterseite des Geräts  befindet sich neben dem Mikrofon der USB-Anschluss,  an der Oberseite des Geräts  kann man den Klinkenanschluss erkennen, beide allerdings ohne Abdeckung.

Es gab einiges über den Home-Button zu lesen. Dass dieser beispielsweise nicht ordentlich ausgerichtet und schief und hässlich sei .  Ich muss sagen, so schlimm wie es dargestellt wird, ist es bei Weitem nicht. Klar, das S3 kostet 599,- € , da kann man auch optisch und von der Verarbeitung  vielleicht doch etwas mehr erwarten. Aber das S3 liegt wirklich gut in der Hand. Das Gorilla Glas 2 mit den abgerundeten Rändern schmeichelt dem Daumen, zudem ist  das S3 leicht, stabil und hat trotz der Größe eine gute Ergonomie.

Das Display – kaum zu schlagen

Beim Display haben sich die Leute von Samsung nicht lumpen lassen. Hier steckt das Beste drin was die eigenen Fabriken zu bieten haben.

Nominell ist das Display des letzten Nexus zwar etwas besser, dafür hat das S3 mehr Displayfläche und ist nicht durch Software Buttons eingeschränkt. Das Super AMOLED HD Display des S3 ist ein absoluter Augenschmaus. Super scharf, satte Farben und ein echt düsteres Schwarz ergeben ein tolles, kontrastreiches Bild.

Man hat die Möglichkeit die Helligkeit des Displays manuell einzustellen oder wählt die automatische Helligkeitseinstellung, die, wie ich finde,  etwas zu niedrig eingestellt ist.  Dazu später noch mehr. Da das Display funkelt und strahlt wie ein Diamant, gibt es bei der Betrachtung draußen bzw. unter direkter Sonneneinstrahlung Probleme, die bei Smartphones mittlerweile schon als Standard gelten. Top- Geräte die auf LCD Technik setzen, wie z.B. das HTC One X, haben nun auf die AMOLEDs aufgeschlossen. Hier entscheidet einzig und allein der persönliche Geschmack.  Wer die bessere Ablesbarkeit unter freiem Himmel, die längere Haltbarkeit von LCDs, den Tick mehr Schärfe und natürlichere Farben möchte, der sollte sich in Richtung HTC One X aufmachen. Wer aber ein sparsameres, kontrastreicheres und dünneres Display bzw. Smartphone haben möchte, der kommt am neuen Samsung Galaxy S3 nicht vorbei. Beide Geräte, das S3 und das HTC One X sind absolute Klassenprimi, haben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Kamera – hohes Niveau

Betrachtet man die nüchternen Zahlen, mag man vielleicht denken, dass die 8 Megapixel-Kamera des S3 mit den 12 Megapixeln des HTC One X nicht mithalten kann. Weit gefehlt!

Ja, die Kamera des One X ist erste Sahne, doch verstecken braucht sich das S3 im direkten Vergleich keineswegs. Es macht sogar die etwas realistischeren und klareren Bilder. Fairer Weise muss man allerdings sagen, dass das One X bei schlechten Lichtverhältnissen die Nase vorn hat.

In der „Generation 2012“ der Smartphones werden neue Fotomodule verwendet. Diese sorgen dafür, dass die Knipsvorgänge kürzer und flüssiger werden. Wie beim One X kann man mit dem S3 auch während des Filmens Fotos schießen. Schön ist, dass man häufig benötigte Funktionen im Kamera Menü individuell als Schnellzugriff festlegen kann. Vom Gefühl her sind die beiden Kameras gleich gut. Wer auf der Suche nach einem guten Fotohandy ist, macht mit keinem der beiden Smartphones etwas falsch.

Die Bedienung – praktisch und übersichtlich

Die Homescreens lassen sich flüssig scrollen. Hierbei hat Samsung einen kleinen Trick angewendet um die Leistungsaufnahme etwas zu senken: Der Parallax Effekt wurde rausgeschmissen. Das bedeutet, dass sich das Hintergrundbild beim scrollen der Homescreens nicht mehr mit bewegt. Das Gerät wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu Schwach um dies zu bewältigen, denn „schwach“ ist das S3 nun wirklich in keinem Fall,  aber der Hersteller senkt so den gesamten Stromverbrauch. Wer sich daran stört, und möchte, dass sich sein Hintergrundbild bewegt, kann auf einen alternativen Louncher  wie z.B. Apex oder Nova ausweichen. Beide laufen flüssig und verweigern zum Beispiel nicht ein einziges Mal den Zugriff auf die Widgets.

Der App Drawer ist schön übersichtlich gestaltet. Man kann zwischen Apps, Widgets und Heruntergeladenem wechseln und hat so alles gut im Blick. Ordnungsfanatiker oder Leute, die dem App-Wahn verfallen sind, können Ihre Screens mit Hilfe von Ordnern schön aufgeräumt halten.

Zwar geht dies nicht so einfach wie beim HTC One X, wo man einfach nur zwei Apps übereinander ziehen muss, aber unpraktisch finde ich es beim S3 auch nicht, Menü-Taste => Ordner erstellen und schon erscheint dieser auf dem sichtbaren Homescreen.

Die Benachrichtigungsleiste folgt nicht nur rasend schnell und super genau dem Finger, sondern wurde auch ein wenig aufgemotzt. Es gibt zehn Buttons (die Leiste ist horizontal scrollbar)  wie z.B. WLAN, GPS, Energie sparen, Mobile Daten und und und. Kennt man schon von anderen Smartphones, ist aber mit den vielen Funktionen noch praktischer.

Super praktisch ist auch die Multitasking Funktion, unter der ich mir zunächst nicht viel vorstellen konnte. Doch eigentlich ist es  ganz einfach, denn es handelt sich um einen Taskmanager, mit dem man laufende Vorgänge oder Apps abschalten kann. Hält man den Home-Button länger gedrückt erscheint eine vertikale Liste mit den verschiedenen Anwendungen die noch laufen. Mit dem Finger kann man dann einfach die, die man ausschalten möchte nach rechts ziehen und „rauswerfen“ bzw deaktivieren. Wie auch beim Galaxy Note kann das S3 Screenshots erstellen. Im Gegensatz zum Galaxy Note benötigt man beim S3 jedoch keinen Stift um diese zu erstellen, sondern wischt man mit der Handkannte einfach nach rechts und siehe da-  ein Screenshot  :)

Was mich noch sehr beindruckt hat, ist die Skala, auf der man festlegen kann, bei welchem Datenvolumen die mobile Internetverbindung gekappt werden soll. Alternativ kann man sich auch einfach benachrichtigen lassen sobald man sich dieser Grenze nähert oder sie erreicht. Hiermit hat man immer im Blick wann das Volumen verbraucht ist bzw. wird rechtzeitig gewarnt bevor das passiert.

Es gibt so viele coole Features, dass ich gar nicht weiß wo ich weitermachen soll. Fangen wir mit der  „Anruf und Nachrichten Sache“ an. Öffnet man die Kontakte, bedeutet ein Wischen nach rechts dass man den Kontakt  anrufen möchtet, ein Wischen nach links ermöglicht es dem Kontalt eine Nachricht zu schicken. Der Clou: Es reicht einfach über den entsprechenden Namen in der Kontaktliste zu wischen.

Sollten der Kontakt oder eine SMS bereits geöffnet sein, müsst Ihr euch das Gerät nur noch ans Ohr halten um den jeweiligen Kontakt anzurufen.

Die nächste „Revolution“ ist „Smart Stay“. Stellt euch vor Ihr lest mal wieder einen Artikel im Sparhandy Blog, der vielleicht etwas umfangreicher ist (:))  und berührt das Display eine Weile nicht, dann erscheint in der Leiste oben ein Augensymbol. In diesem Moment prüft die Frontkamera ob euer Gesicht noch vor dem Gerät ist und „übergeht“ den Display Timeout. Merkt die Kamera, dass euer Gesicht nicht mehr zu sehen ist, wird das Display schwarz und geht in den Timeout- verdammt praktisch das Ganze.
Bei der nächsten Funktion kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich diese, auch wenn Sie super ist, durchsetzt. Schaut man sich über den Videoplayer ein offline- Video an, hat man die Möglichkeit mit einem Tastendrück in den „Bild in Bild“ Modus zu wechseln. Das Fenster mit dem Video kann dann beliebig auf dem Display platziert werden. Während dessen kann man surfen, Nachrichten schreiben etc etc . Sieht wie gesagt toll aus, aber ob man das braucht ist fraglich.

Ebenfalls bekannt vom Samsung Galaxy Note ist die S-Memo Funktion. Wie bereits erwähnt bedient man das S3 im Gegensatz zum Note ohne Stiftund kann hier einfach mit den Fingern schreiben.  Auch wenn etwas Übung erforderlich ist um lesbare Ergebnisse zu erzielen,  schwer ist es nicht und praktisch ist es auf jeden Fall.

Was hingegen störend ist, ist die vom Display unabhängige Helligkeitseinstellung im Browser oder Videoplayer. Öffnet man eine der beiden Apps kommt es oft vor, dass das Bild auf einmal viel zu dunkel ist und man weniger erkennen kann.

Was ist noch gut oder was ist noch schlecht?! Der Musikplayer als Bsp. ist richtig gut. Funktional aufgebaut und mit guten Voreinstellungen. Die mitgelieferten In-Ears leisten hierzu ebenfalls Ihren Beitrag.
Ein wenig anstrengend ist das Organisieren von Kontakten. Ein typisches Android- Problem. Immer wieder gibt es Doppelungen. Der Grund: Kontakte werden aus verschiedenen Quellen wie zum Beispiel Social Networks  zusammengesucht. Wie gesagt, das ist kein spezifisches Problem des S3 sondern eine Android- Eigenart.

Kostenloser Speicher

Bekommt man beim HTC One X für zwei Jahre einen kostenlosen 25 GB Dropbox Speicher, sind es beim Samsung sogar unglaublichen 50 GB. Für ein Jahr Dropbox Speicher in dieser Größe zahlt man 99,- $. Auf zwei Jahre gesehen schenkt Samsung  einem also noch 198,- $.

Und sonst?

Es gibt ein paar Dinge beim S3, die ich unnötig finde. Hierzu gehört S-Voice, Samsungs Pendant zu Siri, dem Sprachassistenten von Apple.  S-Voice verstehen nur selten richtig, sucht alles direkt im Internet und antwortet manchmal sogar auf hollänisch (!). Auch die Hubs für Games oder Filme sind meiner Meinung nach unnötig. Sie stören nicht, aber sie sind recht überflüssig

Bei Grafik-betonten Tests hat das S3 gezeigt wie weit es tatsächlich ist. Es hat die Konkurrenz inkl. HTC One X geradezu deklassiert. Mit ca. einem Drittel mehr Grafikpower  verweist das S3 die Konkurrenten auf die Plätze. Das merkt man sogar im alltäglichen Gebrauch. Führt man das Icon einer App über die Screens um es neu zu platzieren klebt es förmlich am Finger. Bei anderen Smartphones hängen die Apps oft ein wenig hinterher. Das Gerät im Ganzen ist einfach unglaublich schnell. Im Play Store klickt man auf Herunterladen und zack, ist die App oder das Widget installiert. Im Vergleich zu meinem Desire HD tun sich Welten auf.

Das S3 soll sehr stromsparend sein.  Klar,  es hat einen monströsen 2100 mAh Akku, aber die integrierte Stromsparfunktion, das verbrauchsarme Super AMOLED HD Display oder die CPU Einstellungen sorgen für ein langes Durchhalten. Die CPU stellt immer nur so viel Leistung bereit wie im Moment nötig ist. Man hat jedoch nie das Gefühl, das Gerät  sei „untermotorisiert“.  Eine gute Balance aus Leistung und ökonomischem Umgang mit den Ressourcen.

Sehr positiv ist auch die schnelle Verbindung mit GPS Satelliten. Ich nutze mein Handy häufig als Navi und es nervt einfach, wenn ich mich ins Auto setze und zehn Minuten warten muss bis endlich mal ein Satellit gefunden wurde.

Ach ja: Da es sich hier ja um ein Telefon handelt (man neigt ja gelegentlich dazu das bei modernen Smartphones zu vergessen ;) , sind natürlich die tolle Telefonqualität und auch die gut zu verstehende Freisprecheinrichtung  positiv zu erwähnen.

Fazit

Das S3 ist ohne Frage ein absolutes top-Gerät und für mich aktuell auf Platz 1. Samsung hat versucht im Softwarebereich innovativ zu sein, was mit „Smart Stay“  oder den tollen Anruf bzw. Nachrichten Funktionen auf jeden Fall geklappt hat. Warum Samsung aber wieder auf billige Optik setzt, bleibt wohl ein Rätsel. Gerade jetzt wo  (schon wieder) ein iPhone 5 ins Gespräch kommt, hätte man mit mehr Qualität in der Verarbeitung definitiv ein Zeichen setzen können.  Mich stört die Verarbeitung nicht wirklich und würde das S3 dennoch dem One X vorziehen. Das Ausschlaggebendste dafür ist aber nicht das unfassbare Display, die enorme Geschwindigkeit oder die 50 GB Dropbox Speicher. Für mich sind im Vergleich S3 und HTC One X die schlagenden Argumente der herausnehmbare Akku und der SD-Speicherkartenslot.

Und für alle die keine so große Lust haben zu lesen, hier das Ganze noch einmal in Form eines Videos.