Der Tatort von gestern: unübersichtlich, bizarr aber unterhaltsam?

Wie immer gab es heute Morgen nicht nur jede Menge Arbeit, jede Menge Kopfschmerzen sondern auch jede Menge Tatort- Nachbesprechungen.
Zu meiner großen Überraschung, war das Feedback zu dieser Folge fast durchweg positiv, ganz im Gegensatz zu den Tatort- Stimmen bei Facebook.
Um was es ging ( Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)
Die Lindholm baut einen Autounfall, dessen Folge die unter Tatort Komissaren momentan ungemein angesagte Amnesie ist. Es bleiben die Erinnerungen an eine in rot gewandete Person auf der Straße und die Gewissheit, bei dem Unfall einen Mann angefahren zu haben.
Doch von dem angefahrenen Mann will keiner etwas gehört oder gesehen haben. Merkwürdig, merkwürdig!
Und Frau Lindholm wäre nicht Frau Lindholm, wenn das nicht reichen würde, um weitere Ermittlungen am ländlichen Ort des Geschehens in die Wege zu leiten.
Wie es sich für einen anständigen Tatort gehört, überschlagen sich nun die Ereignisse:
Es folgt Leiche auf Leiche, es geht um Landverkäufe, Frauen und ihre (natürlich)gewalttätigen Männer, Familienstrukturen, über die man nur den Überblick behält, wenn man sich den Dorfstammbaum aufmalt, Erbschleicherei, eine unter Drogen gesetzte Frau Lindholm, einen Dorfpolizisten der seinen kiffenden Sohn beschützt, eine taubstummes Kind dessen Mutter der Lindholm zum Verwechseln ähnlich sah und samt Ehemann vor Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam.
Dass die Mutter des Kindes am gleichen Baum endete, der auch der Lindholm zum Verhängnis wurde, verwundert kaum. Auch nicht, dass der angeblich so untadelige Biobauer des Dorfes der nicht nur der Halbbruder des taubstummen Kindes und Sohn des Mannes der verunfallten Frau war, die der Lindholm so ähnlich sah, sondern gleichzeitig ein überaus blühendes Geschäft mit dem Anbau von Cannabis betrieb….
Kein Wort verstanden?
Das macht nichts, denn dann habt ihr einen guten Eindruck von den Irrungen und Wirrungen des gestrigen Tatorts bekommen. Klar, man konnte der Handlung folgen, doch spätestens nach 45 Minuten hat man sich doch über die sich überschlagenden Ereignisse gewundert. Und es wurde noch schlimmer.
Am Ende gab es nicht nur eine Leiche sondern gleich vier, wobei es sich bei den Leichen 1 und 2 um den Bio- Dorgen- Bauern und seinen Bruder handelte, Nummer drei war einen niederländischen Dealer.
Eine mutmaßliche Abgesandte der holländischen Drogenmafia/ Polizei ( Ich habe nicht verstanden ob sie jetzt eine mit Drogen handelnde Polizisten war, oder eine Dealerin die sich als Polizisten ausgab) entführte in der Zwischenzeit den Sohn von Frau Lindholm.
Beim furiosen Showdown wird die Abgesandte/ Polizistin vom Mörder der Opfer eins bis drei erschossen und wird so zu Opfer Nummer vier. Der Mörder war übrigens ein Freund der Frau, der die Lindholm so ähnlich sah, und die die Mutter der taubstummen Jungen war … alle klar?
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Fazit
Ja, es war einfach etwas zu viel des Guten. Dieser Tatort war so überladen, dass es schon wieder lustig war.
Meine persönlichen Highlights waren die unglaublich riesige unterirdische Cannabis-Plantage, die aus dem Feld herausbrechende Wildsau, die die Lindholm fast auf die Stoßzähne genommen hätte und die eigentlich traurige Tatsache, dass das Kind der Lindholm, das am meisten vernachlässigte Kind in ganz Niedersachsen ist.
So langsam etwas anstrengend wird hingegen die „das ist nur mein Mitbewohner“- Geschichte. Der Krimiautor gefangen im Körper einer Supernanny macht langsam keinen Spaß mehr!
Nein, dieser Tatort war nicht realistisch. Die Spannung hielt sich in Grenzen, trotzdem hat die skurrile Geschichte Spaß gemacht.

7. April 2010 at 14:15 | Simon
Danke! Hab mich köstlich amüsiert beim Lesen
7. April 2010 at 14:44 | Diana
Das freut mich