29. Oktober 2008 in Allgemein von

Die angenehme Schwere meiner Beine hat sich über Nacht in den stärksten Muskelkater der Welt verwandelt, meine ganz offensichtlich kaum vorhandenen Bauchmuskeln beschweren sich schmerzhaft über jede noch so kleine Bewegung und meine Arme empfinden das Gewicht einer Teetasse als Zumutung. Was genau möchte uns das sagen? Richtig, ich bin stolze Besitzerin einer Wii Fit und habe das Wochenende zum Anlass genommen das gute Stück, und mich selbst, auf Herz und Nieren bzw. Agonisten und Antagonisten zu testen.

Spaziergänge sind kein Sport

Vorweg: Ich mache keinen Sport. Es sei denn, man rechnet Spaziergänge mit dem Hund auch zu den sportlichen Tätigkeiten. Vor langer Zeit war ich einmal recht sportlich – da war ich so ungefähr 13 … Seit dem habe ich einen Schweinehund von ganz beträchtlichem Ausmaß in mir herangezüchtet, der mich mit aller Kraft von der ach so gesunden körperlichen Ertüchtigung abhält. Doch möglicherweise ist die spielerische Art auf die einen die Wii Fit einen ermutigt die müden Knochen zu schwingen eine nette Alternative zu Fitnessstudio (igitt igittigitt) oder Joggingrunden entlang der Hauptstraßen der schönsten Stadt der Welt.

Der Wii- Körpertest

Zu Beginn der Trainingseinheiten unterzieht einen die redselige Wii- Fit einem Körpertest. Nachdem man sich ein Computer-Ich (männlich oder weiblich) ausgesucht hat, Körpergröße und Alter eingegeben hat wird man mithilfe des Balance-Bords gewogen und bekommt seinen BMI präsentiert. In meinem Fall: Einundzwanzigkommairgendwas. Dies bringt mir die Glückwünsche der Wii Fit ein, sowie die Aufforderung trotzdem an mir zu arbeiten. Mein errechnetes Wii- Fit Alter ( wird nach zwei Probeübungen errechnet) bietet leider weniger Anlass zur Freude, denn dies liegt bei 46 Jahren. Das sind 18 Jahre zu viel, aber fürs Erste ignoriere ich das. Kommt Zeit kommt Fitness!

Heidi Klum und das Ziel der Anstrengungen

Um einen Trainingsanlass zu haben, muss ich ein Ziel formulieren, auf das ich in der nächsten Zeit hinarbeiten soll. Da ich in den letzten Monaten so ungefähr zwei bis drei Kilo zugelegt habe (dank Marseis und dem neuen Steinofenpizzaladen gegenüber!), setze ich es mir zum Ziel diese auf sportliche Art und Weise wieder loszuwerden. Kilo die durch einen gewissen Virus abhandengekommen sind (Jenny war so frei zu berichten) habe ich mal mit eingerechnet ;-) Um dieses Ziel zu erreichen, gebe ich mir zwei Monate Zeit. Diesen Zeitraum befindet die Wii mit der Heidi- Klum – Quietschstimme für vernünftig.

Das erste Training

Also auf zum Training. Nach einer halbstündigen Trainingseinheit quer durch die unterschiedlichen Trainingsarten (Aerobic, Muskelaufbauübungen, Yoga und Balancespielchen) bin ich begeistert und erschöpft. Alle Übungen sind gut erklärt und machen auch noch Spaß. Die grafischen Darstellungen sind zwar keine Highlights, aber ich denke, das ist auch nicht das was der durchschnittliche Wii- Fit- Spieler erwartet. Aufgrund meiner Trainingsdauer habe ich drei neue Fitnessspiele freigeschaltet und sowohl Lob als auch Kritik geerntet. Meine Bauch- und Armmuskeln sind quasi nicht existent, um meine Balance ist es eher durchschnittlich bestellt, dafür bin ich ein echtes Yogatalent – wer hätte das gedacht. Nach weiteren 10 Minuten „Jogging“ bin ich fürs Erste platt und mache mir Gedanken darüber, wie mein Gehopse und Gezappel vor dem Fernseher wohl auf meine Nachbarn wirkt … bevor ich zu einem endgültigen Ergebnis gekommen bin, bin ich eingeschlafen … und das für sage und schreibe 2 Stunden- das lässt tief blicken. Ich bin alles andere als fit.

Nach einem Spaziergang mit dem Hund, den ich mir als weitere Bewegungsaktivität in das Wii- Logbuch eintrage, einem ausführlichen Abendessen (Sport macht mich immer schrecklich hungrig) und einigen Stunden entspannen (ja, schon wieder!) mache ich mich auf zur letzten Trainingseinheit des Tages. Anschließend begebe ich mich stolz und mit schweren Beinen ins Bett.

Das böse Erwachen

Der nächste Morgen bringt ein schmerzhaftes Erwachen mit sich. Mir tut einfach alles weh. Da ich leider keinen Lastenkran habe, der mir aus dem Bett hilft, dauert die mir ohnehin schon verhasste Prozedur des Aufstehens noch länger als sonst … Mit einem Gang, der stark an die Bewohner von Entenhausen erinnert, schaffe ich es schließlich doch die Wohnung zu verlassen.

Das Komische ist … Trotz Schmerzen freue ich mich darauf mein „Training“ mit der Wii- Fit fortzusetzen.
Bisherige Ergebnisse meiner Trainingseinheiten:

0,0 Gramm Gewichtsverlust (nicht wirklich überraschend, aber schon ein wenig schade), viele neu freigeschaltete Wii- Fit Übungen, unglaublicher Muskelkater und der feste Wille weiterzumachen.

Was man sich alles anhören muss….

Kommentare meines Freundes (und Trainungspartners!) zu meinen Bemühungen:

„lauuuuuuuuuuuuuuuf Diana lauuuuuuuuuuuf“
„Warum steht denn, da das dein Wii- Fit Alter 43 Jahre beträgt? Du bist doch 28, oder? “
„*hihi* dein Bauch sieht aber lustig aus bei der Übung“
„Geht es dir gut? Du siehst so kaputt aus“
„Willst du Schokolade?“
„Chester, geh mal von der Diana runter die macht grade Sport“
„Nein Chester, nicht in die Fernbedienung beißen“