Germany´s next Topmodel: ein Straßenfeger?
Gestern Abend in der Fahrschule ( jahaa!): man sinniert über Reaktions- und Bremswege, hört aufmerksam den Ausführungen der Fahrlehrerin zu und macht sich Gedanken über die zukünftige Karriere als Autofahrer.
Gegen Viertel nach acht wurde nicht nur ich langsam nervös. Das lag zum einen sicher an meinem lautstark knurrenden Magen, zum anderen an der neusten Staffel von Germany´s (was hat eigentlich der Apostroph in diesem Wort verloren?) Next Topmodel. Auch meine Sitznachbarinnen (die zugegebenermaßen mindestens 10 Jahre jünger sind als ich) fingen an, unruhig auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen an über „GNTM“ „Heidi“, „Tessa“ und „ Olivia“ zu tuscheln. Gibt es ihn doch noch, den guten alten „Straßenfeger“? Eine Sendung, die für buchstäblich leer gefegte Straßen sorgt(e)? Ich habe mich selbst über das Tempo gewundert, in dem ich den Heimweg zurücklegte. Ohne ein Wort des Grußes an Mann oder Hund schaltete ich den Fernseher ein und gab mich dem zweistündigen Genuss von nicht enden wollenden Werbeblöcken und (dazwischen) unendlich entspannender Unterhaltung hin.
Was soll ich sagen: Es war mal wieder zu schön. Dreißig Mädels quälen sich durch die Anfänge ihres Modelllebens. Sie wälzen sich spärlich bekleidet auf Eisblöcken, tragen Schuhe, die ihnen zwei Schuhnummern zu klein sind, und bewerfen sich scheinbar unbeobachtet mit Blicken, bei denen sogar Chester Angst bekommen würde.
Das Wundervollste an dieser Staffel: Ein besonders pfiffiges Weiblein hat begriffen, dass es die Zicken, von denen diese Sendung lebt, immer besonders weit geschafft haben. Man könnte sogar fast meinen, dass sie dafür bezahlt wird, schrecklich unsympathisch und grenzenlos zickig zu sein.
Und so zieht die paranoide Tessa mit den unsagbar schlechten Zähnen vom Leder, was das Zeug hält. Ach, wie ich es genieße! Es ist mir vollkommen egal, ob sie dabei völlig unauthentisch wirkt! Tessa findet ihre Mitkandidatinnen langweilig, fade und planlos, sich selbst dagegen hält sie für die Krone der Schöpfung. Wenn das mal nicht irgendwann Ärger mit Heidi gibt!
Heute Morgen bei in der Küche von Sparhandy folgte dann das, was eigentlich immer das Schönste ist am Freitagmorgen: der Tratsch mit den Kolleginnen über den vergangenen „Modelabend“.
Die einhellige Meinung: Tessa ist grauenvoll. Endlich darf man mal wieder aus voller Seele verachten und hassen. Noch dazu scheinen nicht nur Tessa (Zitat: „Wie Tesa mit zwei „s““…..) sondern auch einige Ihrer Kolleginnen eine Problemzone der besonderen Art zu haben: die ZÄHNE. Da wird das Stylistenteam wohl durch ein paar Zahnärzte ergänzt werden müssen.
Und weil es mindestens genau so schön ist:
