Mörder ermittelt? Fernsehen mit Sparhandy

Wir machen nicht nur Werbung im Fernsehen, viele von uns haben auch festgelegte Fernsehrituale denen sie sich allwöchentlich hingegen.
An erster Stelle steht hier ganz eindeutig der Tatort am Sonntagabend. Entweder in Gruppen oder allein, Tatort ist bei vielen einfach Pflicht. Da gibt es die, die an sich zweifeln, wenn sie den Mörder nicht bis spätestens 21:05 ermittelt (böse Zungen würden sagen „erraten“) haben und die, die um 21:43 vor Überraschung vom Sofa kippen, weil doch nicht der Gärtner der Mörder war. Ich verzichte an dieser Stelle darauf zu sagen, wer von uns zu welcher Gruppe gehört
Die ” ich habe lieber das perfekte Promi- Dinner geguckt Fraktion und das personifizierte Disko- Schlager Grauen
Und dann, dann ist da noch die kleine Gruppe derer die, oh, wie schaurig, KEINEN Tatort gucken. Diese Kollegen werden vom Rest der Belegschaft selbstverständlich gemieden, mit Verachtung gestraft und gemobbt. Sie sind ausgeschlossen von den „ich-wusste-es-gleich“ Gesprächen am Montagmorgen und werden mit mitleidigem Kopfschütteln bedacht. Am schlimmsten jedoch sind die, die auf die Frage „ Und? Tatort war gut, oder?“ mit „also ich hab´das perfekte Promi Dinner geguckt“ antworten.
Ja, der Tatort spaltet Sparhandy, doch seit Neuestem ist es nicht nur der Tatort, der die Sparhandy-Fernsehgemeinde teilt, denn seit einigen Wochen gibt es das personifizierte Grauen, den Mini-Schwein-Besitzenden-Albtraum, den in weiße Hemden gewandeten Satan des Disko-Schlagers … es gibt, ich wage kaum es niederzuschreiben, DEN WENDLER … ( Fortsetzung zu diesem Thema folgt). Noch fehlen mir Kraft und Nerven mich zu diesem Thema zu äußern, kümmern wir uns also lieber weiter um den Tatort.
Der Tatort von gestern
Irgendwelche Anmerkungen zum Tatort von gestern? Ich fand ihn unterdurchschnittlich, auch wenn Sergej Moya so großartig psychopathisch war, dass ich tatsächlich einen Albtraum davon bekommen habe.
Den Mörder habe ich ( Schande über mein Haupt) nicht erraten/ ermittelt.
Was ich nicht verstanden habe: Warum wurde Fabian erst so spät verhört???
Zum Schreien komisch fand ich hingegen die Wohnung und die Mutter von Fabian. Nicht nur die Küche, nein das ganze HAUS inkl. der Blumen, Teppiche und Bilder war weiß/ beige und natürlich war sie selbst ebenfalls ausschließlich weiß/ beige gekleidet. Gespeist wurde entweder Spargel (weiß) oder Reis (weiß).
Das einzig dunkle Bild im ganzen Haus hing neben der Zimmertür von Fabian, dessen Zimmer natürlich nicht weiß/beige war…wenn das nicht passend und gleichzeitig unglaublich plump war
Und, wird dieses “junger-Psychopath-der-so-großartig-gespielt-wird-dass-alle-anderen-blass-daneben-aussehen” – Ding jetzt Mode?
Nach Matthias Schweighöfer in “Weil wir böse sind” ( meiner Meinung nach einer der besten Tatorte der letzten Zeit) jetzt also Sergej Moya.. netter Versuch, meiner Meinung nach leider nicht gelungen- trotz Albtraum.

25. Januar 2010 at 12:35 | Jenny
Ich gehöre ja zu der geächteten Gruppe derer, die keinen Tatort gucken, bzw. bis zu ihrem 25. Lebensjahr noch nicht mal einen gesehen hatten. Ich werde tatsächlich in der Küche gemieden, mit feindlichen Blicken gestraft und manchmal sogar ignoriert… Irgendwann hat mein zartes Seelchen dem Druck nicht mehr Stand halten können und hat an einem Sonntag Abend doch mal hineingesehen und war angenehm überrascht. Zu meinem Bedauern musste ich jedoch feststellen, das die Begeisterung nicht lange anhielt. Der bald darauffolgende kölner Tatort war mehr Werbung für RUHR.2010 als irgendwas anderes. Der gestrige Tatort hat mir dann den Rest gegeben – nach zwanzig kostbaren Minuten meines Lebens, habe ich lieber ins DVD Regal gegriffen und “Inglorious Bastards” gesehen. Mobbt mich doch ruhig weiter, aber vor dem nächsten Münsteraner oder Kölner Tatort seht ihr mich nicht mehr beim “Tatort-Klatsch am Montag”
25. Januar 2010 at 16:07 | macringo
Die Story war langatmig und dünn
Damit blieb das TV-Highlight am Sonntag Wolfsburg gegen den FC
25. Januar 2010 at 17:09 | Diana
Wolfsburg? Haben die jetzt einen eigenen Tatort?
Und wer ist dieser FC?
25. Januar 2010 at 17:09 | Simon
Der Tatort war leider wirklich langweilig. Die Spannungskurve fehlte gänzlich und der Täter war relativ schnell identifiziert.
Da kann man nur hoffen, dass Kommissarin Lindholm nächsten Sonntag die Kohlen aus dem Feuer holt und spannende Abendunterhaltung liefert. Die Geschichten aus der niedersächsischen Tiefebene verfügen ja in der Regel über den typischen nordischen Charme.
Was wirklich erstaunt, ist der seltene Auftritt des Hamburger Tatortes, der bislang bei zwei Tatorten gleich zwei Glanzstücke abgeliefert hat.