Haifisch, Helikopter, schwarze Eier und Dreckspatzen Part 3
März 22, 2010 | Allgemein, Sparhandys on tour | Jenny
Ganz leise raunte ein “Guten Morgen” durch den Bus nachdem sich alle eingefunden haben – sind wohl doch nicht mehr die Jüngsten in dieser Truppe… Dann haben wir uns mal wieder auf die Reise gemacht, diesmal jedoch mal im normalen Bus – wollten ja nicht, dass jemandem nach so einer durchzechten Nacht übel wird.
Everybody that wants to fly, has to eat shark!
Nach kurzer Zeit befinden wir uns wieder mitten im Nirgendwo von Island. Weit und breit nichts als Berge, hier und da etwas Schnee, Moos, Matsch und im mitten dieses Nichts ein dampfendes Etwas. Ich konnte es noch nicht mal genau identifizieren als ich davor stand, denn es sah aus wie ein metallenes Iglo mit Schornstein, aus dem es stark rauchte. Ich glaube es handelte sich bei diesem Iglo um eine unterirdische Thermalstation, oder so ähnlich – ich weiss noch, dass es etwas mit Wasserdampf und heizen zu tun hatte – mehr ist allerdings leider nicht hängengeblieben.
Wie dem auch sei, erwartete uns vor Ort eine nette Dame in traditionell isländischer Tracht, welche uns über die Besonderheiten dieser aufklärte. Vor ihr aufgebaut stand ein Tisch mit kleinen Thermoskannen, die alle in “NorwegerIsländer-Pullis” eingehüllt waren (hält den Menschen warm, warum nicht auch eine Iso-Kanne), eine Flasche mit der Aufschrift “Schnapps”, einige Sandwiches und zwei kleine Schälchen mit unbekanntem Inhalt. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den unidentifizierbaren Stücken um getrockneten Fisch und um fermentierten Haifisch handelte. Eine Delikatesse und ein toller Snack dazu, so wie in den USA das “Beef Jerky”. Mir persönlich war das alles zu hart am Morgen. Ich hoffte eher, dass sich in den Kannen etwas leckeres befand – vielleicht ein deliziöser Fleischtopf?! Bedauerlicherweise handelte es sich nur um Kakao, aber der tat es auch, war mir doch ein wenig kühl, nach nur zwei Stunden Schlaf. Die meisten blieben bei Sandwich und Kakao, jedoch fanden sich einige Mutige, wie unser Roger z.B., die gerne bereit waren alles zu probieren und das ein oder andere zu bereuen (den Hai bspw.). Die nette Isländerin hatte jedoch wohl das Gefühl, dass Roger die Spezialitäten des Landes schmecken, also zauberte sich ein Tütchen getrockneter Algen unter ihrem Rock Tisch hervor und bot auch diese Roger an. Als echter Mann sagt man ja nicht “nein” zu einer Dame, also nahm er auch diese zu sich und behauptete “schmecken gar nicht so schlecht” – glaubt mir, wenn da kein Sushi bei ist, kann das gar nicht schmecken.
Plötzlich wurde es ein wenig laut über unseren Köpfen, ausserdem zog ein kleiner Wind auf, weshalb wir unseren Blick nach oben richteten – Huuuuuuuuuuubschrabschrab!!! Yippie, spätestens da war dem letzten klar – wir fliegen Helikopter – juhu!!! Wir bildeten also Vierer-Teams und ließen uns von dem Heli-Fluglotsen einweisen: “When you step out of the helikopter, pleeeease: NO WAVING! Otherwise: NO HANDS!!!” Hahahaha, nun stiegen alle in absolut demütiger Pose in den Heli ein um ja nicht in den Rotorenblätter zu landen – herrlicher Anblick! Als wir Mädels mit unserer Gruppe dann endlich dran waren, wurde es ein besonders schöner Flug – unser deutschsprachiger Pilot drehte eine große Runde mit uns über die weiten Islands und flog dann ganz tief um eine Landung auf einer Landebahn zu simulieren, um dann wieder steil hoch zu ziehen – coole Sache! Wie sagte der Kaiser so schön: „[...]Aber ich kann nur jedem empfehlen, wenn er die Möglichkeit hat, sich das Land vom Hubschrauber aus anzugucken: Wir leben in einem Paradies, wir haben ein wunderschönes Land, dass sieht man ganz deutlich im Hubschrauber!“
Wieder auf dem Boden watteten wir als Gruppe querfeldein, bis wir zu einem etwas kleineren Geysir gelangten. Dort erwartete uns eine weitere Isländerin, die uns darüber aufklärte, dass man in Island Eier auch schon mal in einer heissen Quelle kocht… Gesagt getan – weisse Hühnereier wanderten in ein Netz und von dort aus in die heisse Quelle. Kurze Zeit später kamen sie kohlrabenschwarz wieder heraus und wurden uns zum Verzehr angeboten. Matthias war so nett mein Ei vorzuschälen – damit ich mich nicht schmutzig mache.
Der erste Bissen war noch ein wenig zaghaft, aber ich musste gestehen, schmeckte gar nicht so übel. Auch wenn der starke Schwefelgeruch nicht auf einen leckeren Snack schließen ließ, so gab genau diese den Eiern eine leicht salzige Note – sollte man mal probieren!
Roger – unser Star für Reykjavik
Gefühlte vier Stunden später, machten wir dann ein Päuschen. Allerdings sollte es in dem netten Lokal auch schon wieder was zu essen geben… (Ich glaube ja, das Oli und Wilke das mit Absicht gemacht haben, spielte doch der FC und das Restaurant hatte WLAN
 Gut, das das Essen noch ein Weilchen gedauert hat. In der Zwischenzeit hat unser lieber Roger (Ex-Popstars Kandidat!!!) uns mit dem Besten von Rihanna und Robbie Williams sowie der FC Hymne unterhalten. Ich glaube ich habe den Chef noch nie nüchtern singen hören – hihihi – schön hat er das gemacht! Das Essen war mal wieder exzellent, auch wenn es Lamm gab, welches ich für gewöhnlich nicht zu mir nehmen, jedoch muss ich zugeben - das isländische Lamm ist gar nicht so übel. Haben ja auch nur 6 Monate auf dem Buckel und laufen ihr ganzes Leben lang nur auf der Weide herum, die kleinen Lämmer
Matschmonster
Wohl gestärkt ging es dann wieder los. Eigentlich war ich nur müde, aber es blieb bei diesem Ausflug keine Zeit für Müdigkeit! Schon aus der Ferne sah ich riesige Berge, Matschpfützen soweit das Auge reicht und… Quads! OMG! Ich sagte ja bereits, ich und motorisierte Geräte – schwieriges Thema… Glücklicherweise bot Nicole gleich wieder an mein Driver zu sein und so konnte ich mich wieder ein bisschen entspannen. Vor Ort begrüßten uns Georg und Stefan. Beide sahen aus als ob sie in eine der Matschpfützen gefallen seien. “Seh ich nachher auch so aus?” fragte ich Georg vorsichtig. Der guckte an sich runter, fing an zu grinsen und sagte: “So sieht man eigentlich aus, wenn man sich nach der Fahrt sauber gemacht hat!” Oh… Aber da auch er ein Mann ist und weiss wie ungern sich Mädchen schmutzig machen (vor allem ihre eigenen Klamotten), wurden wir alle mit Regenhose, Fleecejacken, Regenjacken, Sturmhauben, Helmen, Gartenhandschuhen und wahlweise Gummistiefeln ausgestattet. Zu meinem Bedauern waren die Sachen alle bereits matschig (wenn auch trocken). Aber, man will ja kein Spielverderber sein – Augen zu und durch. Allerdings habe ich mich geweigert fremde Gummistiefel anzuziehen, dann sollen doch lieber meine Plüschstiefel matschig werden!
Die Fahrt began, wie immer in Karawane und war sehr lustig. Über kleine Hügel, durch Pfützen, durch meterhohen Schlick und an vielen Steinen vorbei. Ich sag nur: “Da wohnen die Elfen!” (Kleiner Insider
) Man merkte schnell, dass Nicole eine erfahrene Fahrerin war, gab sie mir doch immer wieder Anweisung zur Gewichtsverteilung – “Klammer dich fest an mir und lehn dich so weit vor wie möglich – JEEEEEETZT!!!” Das ging auch gut, bis wir über einen Hügel bretterten und ich fürchtete über den Quad zu fliegen – ging aber tatsächlich nochmal alles gut. Jedoch hatten nicht alle so viel Glück und so einen guten Fahrer, blieb doch unser Chef als erster im Schlamm stecken. Aber eigentlich war ja Simon schuld… hihihi – das hätte ich gerne fotografiert! Aber nicht nur der Chef fiel dem Schlamm zum Opfer, auch Kai und Oli blieben stecken, Martin stieg zeitweise sogar ab um das Gewicht des Quads zu erleichtern – ein Bild für die Götter! (Armer Daniel, musste er sich dann alleine durch den Matsch quälen!) Die Fahrt war sehr spaßig, auch wenn ich irgendwann feststellen musste, dass sich meine Füße in Matschklumpen verwandelt hatten und auch mein Gesicht mit einer leichten Schlammpackung bedeckt war. Zum Abschluss düsten wir noch mal in hohem Tempo durch eine Riesenpfütze und kamen dann als echte Matschmonster ins Ziel – ich würds wieder tun! (Auch wenn meine Schuhe nach einem Besuch in der Waschmaschine heute noch nass sind. ; ) )
Metro
Unser Chef ist ja ein Gourmet. Er speist gerne im Etrusca, wo er bereits als Familienmitglied begrüßt wird, oder “Beim goldenen M”. Umso größer war seine Enttäuschung, dass es auf Island weder Etrusca, noch goldenes M gab! Schlimmer noch, die zwei goldenen Ms, die es auf Island gab, wurden wegen zu hoher Importkosten geschlossen. Aber, der Isländer hat ja für alles eine Lösung, also wurde aus dem amerikanischen M, ein isländisches M, welches für Metro steht. Verblüffend war, dass sich die beiden Ms in ihren Produkten doch recht ähnlich sahen. So gab es unter anderem ein Produkt namens “Flörri”
Ich entschied mich für zwei Cheeseburger und war (angenehm) überrascht, dass diese genauso lieblos zubereitet waren wie in Deutschland (was kann es schöneres geben, als einen zermatschten Cheesie, dessen Käse noch nicht geschmolzen ist?!). Alle Beteiligten waren mit der Gesamtsituation höchst zufrieden, ausser vielleicht die Angestellten, die machten ein Gesicht als ob wir bei ihnen einen Flashmob veranstalten wollten…
Wieder im Hotel nutzten viele die freie Zeit zu einem ergiebigen Bad – meinereins fürchtete allerdings dort einzuschlafen und möglicherweise zu ertrinken, weshalb ich mich also eher für eine heisse Dusche und ein bisschen Kommissarin irgendwas im ZDF entschied – schwerer Fehler, gut das ich eingeschlafen bin.
Rein in die Schühchen und los gehts! Aber wieso sind so viele Leute in der Hotellobby und wieso sind die alle so schrill angezogen? Isländischer Karneval? Egal. Da inzwischen wieder alle hungrig waren, ging es wieder los. Auf in das beste Restaurant Reykjaviks. Dieses Lokal dreht sich innerhalb einer Stunde einmal um sich selbst und man hat eine fabelhafte Aussicht auf die Stadt. Zu Essen gab es, wie konnte es anders sein – Lammkeule. Allerdings war ich eigentlich noch satt von meinen Cheesies, also naschte ich an allem nur ein wenig und trank dafür mehr Wein.
Schön wars mit allen zusammen an einer großen Tafel – ehrlich.
Icelandair feiert ne Party
Wie ich bereits vorhin erwähnte, wunderte ich mich doch sehr über die Leute in der Hotellobby. Die Frauen trugen entweder lange Abendgarderobe, oder lediglich als Gürtel identifizierbare “Röcke”, hingegen die Männer bunte und glänzende Hemden mit noch ausgefalleneren Krawatten, Hüten und/oder Schuhen trugen. Was war passiert? Die Icelandair feierte. Was, dass wusste keiner und es blieb auch bis heute ein Geheimnis. Jedoch war schnell klar, dass wir in unseren 08/15-Outfits nicht zu der illustren Gesellschaft gehörten, so das die Bodyguards (Strongest man of Iceland und Strongest man of Iceland Platz 2) uns keinen Einlass gewährten. (Ausserdem trugen wir das geheime Mal nicht – einen schwarzen, mit Edding aufgemalten, Schmetterling). Nichtsdestotrotz nahmen wir noch ein paar Drinks an der Hotelbar zu uns, bis sich wie die zehn kleinen Negerlein, alle Mitgereisten verabschiedeten. Es blieb wie immer nur der harte Kern. Oli, Kai, Roger, Sebastian und ich. Nachdem ich mich verabschiedet hatte, hörte und sah ich nichts mehr, ich wusste ja, in 3 Stunden ist Abfahrt…
Am nächsten Morgen hörte ich wilde Geschichten über die Icelandair-Mitarbeiterinnen und Hans. Ich weiss nicht, wer Hans ist oder wie Hans aussieht, aber eins weiss ich: Hans ist Däne. Genauso wie unser Kai, ursprünglich zumindest, der mit zweitem Namen auch noch zufällig Hans heißt. Tourdaten für “Hans&Hans from Denmark” werden sobald vorhanden bei Facebook und Twitter bekannt gegeben.
Home sweet Home
Aufstehen und zum Flughafen kommen war härter als erwartet. Allerdings nicht für mich, sondern eher für HansKai, der den Bus verpasste und mit dem Taxi zum Flughafen nachgekommen ist – es ist nie langweilig wenn man Kai um sich hat.
Der Rückflug nach FFM verlief reibungslos und das Gepäck war auch sehr schnell da. Jedoch gestaltete sich die Rückreise nach Köln schwieriger als erwartet. Der Zug, den ich nehmen wollte fuhr pünktlichst weg, sodass ich ihn verpasst habe, der zweite sollte 30 Min. später kommen und hatte zusätzlich 30 Min. Verspätung sowie meine Anschluss-Straßenbahn nochmal 15 Min. Egal, ich war zu Hause, der Trip war toll, die Waschmaschine lief und ich hatte morgen Urlaub.
An dieser Stelle möchte ich mich nocheinmal recht herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die dafür gesorgt haben, dass dieser Trip so einmalig und spaßig war, wie ich ihn erlebt habe. Allen voran möchte ich mich aber bei unserem Chef bedanken, der dies erst alles möglich gemacht hat. Danke, danke, danke!






