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Handys im Unterricht: Ablenkung oder Bereicherung?

Es ist das Streitthema zwischen Lehrern und Schülern: Handys im Unterricht. An vielen Schulen ist das untersagt. Doch ist das nötig? Sind Handys reine Ablenkung oder ein echter Mehrwert? Wir haben eine Schule gefunden, die bisherige Grenzen überschreitet – und Handys sogar ausdrücklich erwünscht – und beleuchten die rechtlichen Regelungen.


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Lehrer

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Schüler

Urteil der 3. Kammer vom 4. April 2017 (VG 3 K 797.15): Ein Lehrer zog an einem Freitag in der letzten Schulstunde das Handy eines Schülers ein, nachdem sich der Schüler unter der Bank damit beschäftigt hatte und ließ es im Sekretariat, ein ganzes Wochenende lang. Daraufhin klagten Schüler und Eltern gegen die Schule. Doch: Das Gericht wies die Klage als unzulässig ab. Der Schüler sei nicht in Grundrechten verletzt worden.


Rechtliche Aspekte zur Handynutzung im Unterricht

Wir haben Christian Solmecke, LL.M., Rechtsanwalt der Kölner Kanzlei Wilde-Beuger-Solmecke, gefragt, wo die Grenzen und rechtlichen Bestimmungen zur Handynutzung im Unterricht liegen. Dürfen Schulen die Nutzung neben dem Unterricht auch auf dem Pausenhof verbieten? Sind vielleicht sogar Störsender erlaubt? Welche Regelungen gelten bei Prüfungen innerhalb der Schule? Außerdem wollten wir wissen, ob Lehrer Handys von Schülern ohne Weiteres wegnehmen und einziehen dürfen und wann sie wieder zur Herausgabe verpflichtet sind.

Diese und weitere Fragen beantwortet Christian Solmecke im Sparmag-Video.

Die Schulen sollten mal etwas digitalisierter werden und mit Handys im Unterricht arbeiten. Im späteren Leben werden es ihnen die Schüler danken.

– Mariana, 12. Klasse

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Wenn Lehrer Handys im Unterricht tolerieren würden, dann wären auch nicht mehr Schüler am Handy als ohnehin. Schließlich verantwortet sich jeder selbst.

– Jürgen, Vater

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Handys haben im Unterricht einfach nichts verloren. Weder als Lernwerkzeug noch als Ablenkungs-Maschine. Das soll und muss auch so bleiben.

– Petra, Mutter

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Sollten Schulen Handys im Unterricht besser einbinden?

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Würden Schüler durch Handynutzung im Unterricht abgelenkt?

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Diese Schule erlaubt Handys im Unterricht

Doch auch das überzeugt Lehrer und Schulleiter nicht. Wenn sie vor der Klasse stehen, sollen die Schüler aufmerksam zuhören – und sich nicht auf das Handy konzentrieren. Tafelbilder werden abgeschrieben, Definitionen beim Lehrer erfragt und für Übersetzungen gibt es ein Wörterbuch. Daher hat das Handy nichts in der Hand des Schülers zu suchen. Auch wenn es im Alltag mittlerweile dazugehört, in der Schule ist es Tabu.

Doch ist diese Einstellung überhaupt richtig? Welche Vorteile würde eine gelockerte Handy-Nutzung im Unterricht bringen? Wir haben dazu eine Schule gefunden, die wie keine zweite die Nutzung im Unterricht regelt – denn Handys sind erlaubt, ja sogar erwünscht. Es handelt sich um die Gesamtschule Xanten Sonsbeck in NRW. Das Smartphone gehört hier zum Repertoire, wie Schulbuch oder Stift. Der Sinn: Die Schüler sollen Vokabeln nachschlagen, Fakten checken und Informationen auf den Handys heraussuchen. Das spart nicht nur eine Menge Zeit. Die Schüler interessieren sich dann auch mehr für das Thema, wenn sie gut aufbereitete Texte im Netz finden und dazu vielleicht weitere Informationen wollen. Die Schulleiterin Regina Schneider ist überzeugt von dieser Methode. Im Interview mit dem Sparhandy schilderte sie, welche Vorteile Handys beim Lernen haben. „Nach unserer Erfahrung ist das ein sehr nützlicher Weg, das selbstständige Lernen zu fördern“, betont Schneider. „Die Jungen und Mädchen erwerben mit den eigenen Geräten eine Kompetenz, auf der wir in den Lernarrangements aufbauen“.

…mit Einschränkungen

Gleichzeitig sei es aber ebenso wichtig, die Schüler dazu entsprechend auszubilden. „Wir unterstützen vielfältig das Arbeiten damit, machen Kurse zum Handyführerschein“, weiß Schneider zu berichten. In den Pausen zum Beispiel sei die Nutzung der Handys untersagt, da es dort schneller zu gefährlichen Situationen komme und für die Schüler auch keine Vorteile bringe. „Wir schulen unsere Schülerinnen dabei, auch nachts das Handy auszuschalten. Dazu haben wir Videos selber gedreht“, fährt die Schulleiterin fort.

Mit Einschränkungen spart also auch die Xanten Schule nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen hat sie aber die Vorteile der Handys erkannt. WhatsApp und Facebook sind natürlich im Unterricht weiter verboten.

Egal wie man es dreht: Es wird immer Schulen geben, die Handys verbieten und dazu auch ihre berechtigten Gründe haben. Schließlich ist es zum Wohle des Kindes, sich auf den Unterricht zu fokussieren und nicht auf den Smartphone-Bildschirm. Doch klar ist auch: In vielen Bereichen kann das Handy den Unterricht positiv bereichern – beim Vokabeln checken oder Informationen suchen. Hier sollte der eine oder andere Lehrer vielleicht seine Ängste ablegen und für eine gewisse Zeit Smartphones erlauben. Schaden kann es auf jeden Fall nicht.

Statistik 1

der Schüler dürfen kein Handy im Unterricht verwenden

Statistik 2

der Schüler schauen im Unterricht (verboten) nach weiteren Infos

Statistik 3

der Schüler verwenden gelegentlich Laptops für Präsentationen

Statistik 4

der Schulen untersagen Handys auch in der Pause

Quelle: Bitkom Research 2015

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