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Das Ende der zusätzlichen Roaming-Gebühren innerhalb der EU ist in Sicht: Die Preise für das Surfen, Telefonieren und Simsen werden in Zukunft außerhalb der Grenzen Deutschlands nicht teurer sein, als innerhalb. Sparhandy.de hat anlässlich der bevorstehenden Umstellung alle Fragen zusammengetragen, die den Kunden jetzt beschäftigen. Denn: Noch ist nicht alles eindeutig geklärt.

– Stand: 06. April 2017; Änderungen sind gekennzeichnet


FAQ zur neuen Roaming-Regelung

Ab dem 15. Juni 2017 dürfen laut EU MEMO/16/4396 die Mobilfunkprovider keine zusätzlichen Kosten für Telefonate, SMS und verbrauchte Daten im EU-Ausland mehr verlangen. Alles, was Sie dazu wissen müssen.

Grundlegendes

Das Europaparlament und die EU-Staaten haben sich auf die Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren geeinigt. Ab dem 15. Juni werden zusätzliche Kosten durch Roaming im EU-Ausland abgeschafft. „Roam‘ like home“ ist das Motto, das heißt durch die Abschaffung der Roaming-Gebühren haben Sie nicht mehr Kosten als Sie in ihrem Heimatland haben.
Die Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der EU ist ein viel beachtetes Thema, das politisch lange kontrovers diskutiert wurde. Der ursprüngliche Gesetzentwurf war fast mit der heutigen Lösung identisch: Man verständigte sich darauf, dass das Telefonieren im EU-Ausland keine zusätzlichen Kosten mehr verursachen sollte. Allerdings folgte darauf jedoch Kritik, dass diese Lösung sehr anfällig für Missbrauch ist. (Beispiel: Dauerhafte Benutzung einer SIM-Karte aus dem Ausland). Um diesen auszuschließen, wurde eine 90-Tage-Frist für die kostenfreie Roaming-Nutzung favorisiert. Diese Regelung wurde letztlich aber wieder gekippt. Künftig gibt es stattdessen eine Missbrauchsklausel, die verhindert, dass deutsche Kunden ihren Vertrag im Ausland abschließen. Dazu mehr weiter unten.
Die Abschaffung der Roaming-Gebühren gilt flächendeckend für die 28 EU-Länder, dh. Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich (bis zum Austritt) und Zypern. Da einige Länder nicht zur EU, aber zum europäischen Wirtschaftsraum gehören, haben einige Mobilfunkanbieter ausgewählte Länder, wie z.B. die Schweiz, Türkei, Azoren, Ceuta, Französisch Guyana, Gibraltar, Guadeloupe, Kanarische Inseln, Liechtenstein, Madeira u.v.m. auch in den EU-Tarif mit einbezogen. Zur Sicherheit müssen Sie bei ihrem Mobilfunkanbieter nachfragen, da diese Länder je nach Anbieter variieren.
Die geplante 90-Tage-Frist für Aufenthalte bekam nach der Veröffentlichung reichlich Kritik, so dass sie vom Kommissionspräsidenten nach nur 4 Tagen als ungenügend abgestempelt wurde. Nach der Kritik rechtfertigte sich die EU-Kommission bzgl. ihrer Durchsetzung der 90-Tage-Frist mit dem Aspekt zum Schutz der Mobilfunkanbieter, dass jemand nicht die Möglichkeit hat eine günstigere SIM-Karte im EU-Ausland zu erwerben, diese beispielsweise mit nach Deutschland bringt und so kostengünstiger unbegrenzt zu telefonieren und zu surfen. Die EU-Kommission kündigte demnach eine Überarbeitung der Pläne an.

Dauer des Aufenthaltes & Nutzung

Dies wurde den Mobilfunkanbietern überlassen. Um zu unterbinden, dass ein Nutzer einen Vertrag im Ausland kauft und im Heimatland dauerhaft nutzt, dürfen Mobilfunkanbieter nach vier Monaten Aufenthalt nach einer Info mit zweiwöchiger Frist geringe zusätzliche Gebühren erlassen. Auch wer übermäßig viel telefoniert oder Daten verbraucht, muss mit zusätzlichen Gebühren rechnen. Laut der Kommission betrifft diese Ausnahmeregelung aber nur weniger als ein Prozent der Verbraucher.
Der Mobilfunkanbieter kann zusätzliche Kosten des Kunden einfordern, wenn dieser ein bestimmtes Nutzungsvolumen erreicht bzw. überschritten hat. Das gilt aber nur über eine Nutzung des Inklusiv-Volumens hinaus, die im ursprünglichen Vertrag inbegriffen sind. Dazu wird es eine Grenze für den Internet-Verbrauch im Ausland geben. Diese ist aber noch nicht festgelegt. Je niedriger die Großhandelspreise für den Anbieter sind, desto höher ist die Grenze. Den normalen Verbrauch schränkt das aber nicht ein. Laut der Kommission betrifft diese Ausnahmeregelung aber nur weniger als ein Prozent der Verbraucher. Außerdem ist es Mobilfunkeranbietern nach vier Monaten Aufenthalt erlaubt, geringe zusätzliche Kosten zu erheben (Siehe Punkt „Wie lange darf ich im EU-Ausland bleiben?“)
Dies richtet sich nach Ihrem Vertrag in der Heimat. Sie haben im EU-Ausland genau die gleichen Kosten zu zahlen bzw. die gleiche Freimenge an Daten, Minuten oder SMS-Einheiten, wie im Inland. Es handelt sich dabei um ein und dasselbe Kontingent. Das heißt: Haben Sie im Vertrag 3 GB Highspeed-Inklusivvolumen festgeschrieben, können diese im In- und EU-Ausland verbraucht werden.

Umstellung & Folgen

Laut der EU-Kommission dürfen Mobilfunkanbieter ab dem 15. Juni 2017 keine zusätzlichen Kosten durch Roaming im Ausland verlangen. Zu diesem Datum müssen die Mobilfunkanbieter den Vertrag umgestellt haben.
Viele Tarife verfügen aktuell über einen gesonderten Roaming-Bestandteil von beispielsweise 1 GB Datenvolumen, der im Ausland verbraucht werden darf. Zum 15. Juni müssten die Provider diese Verträge dann umstellen, da die Regelung besagt, dass der Kunde im EU-Ausland die gleichen Konditionen haben muss, wie Zuhause. Es ist davon auszugehen, dass die Freieinheiten im EU-Ausland ab dem 15. Juni an das Kontingent im Inland angepasst werden.

Die Provider behalten sich allerdings Einzelfallentscheidungen vor. In jedem Fall werden Sie kurz vor der Umstellung durch Ihren Mobilfunkanbieter kontaktiert.

Es ist vorstellbar, dass die Preise für die Tarife bei den Mobilfunkanbietern im Inland steigen, da durch den Wegfall des Roamings erhebliche Einnahmen wegfallen werden. Die EU-Kommission hat entschieden, dass die europäischen Telekom-Unternehmen sich für die Auslandsnutzung der eigenen Kunden die Kosten gegenseitig in Rechnung stellen können. Diese beinhalten pro Minute für Anrufe eine Obergrenze von 3,2 Cent und eine Obergrenze von 1 Cent für eine SMS. Für das Surfen im Internet reguliert sich die Obergrenze schrittweise von zunächst 7,70€ für eine Gigabyte ab dem 15.06.2016 und ab dem 01.01.2022 auf 2,50€ pro Gigabyte. Da diese Kosten nicht mehr an den Kunden weitergegeben werden, wäre eine Kostensteigerung der monatlichen Beiträge für den Kunden eine mögliche Maßnahme.

Was bedeutet Roaming?

Der Begriff internationales Roaming (englisch für „herumwandern“) wird im Mobilfunkbereich synonym für die Handynutzung im Ausland verwendet. Damit ist die Möglichkeit eines Kunden gemeint, in einem anderen Netz als das Heimnetzwerk telefonieren, simsen und surfen zu können.

Der Begriff ist vor allem dadurch negativ vorbelastet, dass in früheren Zeiten und fernen Ländern sehr hohe Gebühren für die Nutzung des ausländischen Netzes angefallen sind.

EU Roaming

Roaming-Bestandteile schon jetzt sehr beliebt

Sparhandy-Analysen haben ergeben: 6 von 10 Kunden greifen bei der Bestellung aktuell zu einem Handytarif mit Roaming-Bestandteil. Das kann eine komplette Roaming-Flat sein oder ein zusätzliches Verbrauchsvolumen im EU-Ausland. Dabei haben die Anbieter in den letzten Monaten auch kräftig aufgerüstet: Laut unseren Zahlen haben inzwischen 2 von 3 angebotenen Tarifen einen Roaming-Bestandteil. Letztes Jahres lag der Anteil bei lediglich 41 Prozent.

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Beispiele: So sieht die Umstellung aus.

Roaming: So sieht es im Fallbeispiel aus

Person 1

Ich habe einen Handytarif, mit dem ich aktuell nur im Inland surfen, telefonieren und simsen kann – und für das Ausland extra zahle. Was passiert?

Ab dem 15. Juni können Sie ohne Mehrkosten im EU-Ausland, in den genannten Ländern, zu den Konditionen Ihres Inlandstarif surfen.

Roaming: So sieht es im Fallbeispiel aus

Person 2

Ich habe einen Handytarif, mit dem ich aktuell sowohl im Inland als auch im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen ohne Mehrkosten surfen, telefonieren und simsen kann. Was passiert?

Für Sie ändert sich im Grunde nichts. Es kann sein, dass Sie der Provider aus Gründen der Vollständigkeit dennoch über die neue EU-Regelung informiert.

Roaming: So sieht es im Fallbeispiel aus

Person 3

Ich habe einen Handytarif, mit dem ich aktuell sowohl im Inland als auch im EU-Ausland ohne Mehrkosten surfen, telefonieren und simsen kann. Allerdings habe ich im Ausland nur ein begrenztes und kleineres Kontingent an Einheiten. Was passiert?

Hier entscheidet der Provider im Einzelfall, was passiert. Ihr Mobilfunkanbieter wird Sie rechtzeitig über die Änderungen des Vertrages informieren. In den meisten Fällen wird Ihr EU-Auslands-Kontingent mengenmäßig an die Freieinheiten im Inland angeglichen.