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Very High Speed Digital Subscriber Line, kurz VDSL, ist eine spezielle DSL-Technik, die sich durch besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeiten auszeichnet. Unter der Bezeichnung VDSL wird somit eine Reihe von Standards zusammengefasst, die deutlich höhere Übertragungsraten aufweisen als klassische DSL-Anschlüsse. Während DSL ausschließlich über Kupferkabel übertragen wird, kommen bei VDSL sowohl Kupfer- als auch Glasfaserkabel zum Einsatz. Ein herkömmlicher DSL-Anschluss ermöglicht Verbrauchern aktuell eine Bandbreite von bis zu 16 MBit/s im Downstream. So ist VDSL mit bis zu 100 MBit/s derzeit die schnellste DSL-Variante in Deutschland.


Wann ist ein VDSL-Anschluss sinnvoll?

Ein VDSL-Anschluss lohnt sich vor allem dann, wenn hohe Übertragungsraten benötigt werden und der Zugang intensiv genutzt wird. Für einfaches Surfen und kleinere Downloads sind die Geschwindigkeiten eines ADSL-Anschlusses meist völlig ausreichend. VDSL hingegen ist insbesondere für die Nutzung von Triple-Play-Angeboten geeignet. Hierbei handelt es sich um eine DSL-Tarifart, bei der Internetzugang, Telefonie und Fernsehen über einen Anschluss möglich sind.

Außerdem lohnt sich ein VDSL-Anschluss bei Anwendungen, die ein großes Datenaufkommen haben. So können auch Video on Demand Services oder Fernsehprogramme in HDTV-Qualität, auch bekannt als UltraHD, übertragen werden.

Das funktioniert sogar dann, wenn der Anschluss von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird. Die Internetverbindung bleibt dabei trotzdem stabil.

Die Vorteile von VDSL im Überblick

  • Schnellere Downloads (bis zu 100 Mbit/s)
  • Schnellere Uploads (10-40 Mbit/s)
  • Inzwischen in vielen Gebieten verfügbar
  • Verringerte Ladezeiten
  • Intensive Internetnutzung durch mehrere Personen möglich

Deswegen ist ein VDSL-Anschluss vor allem für Familien, Wohngemeinschaften oder sonstige Mehrpersonenhaushalte sinnvoll, in denen das Internet täglich parallel genutzt wird. Auf diese Weise profitieren alle Personen von höheren Datenraten und können ohne Verbindungsstörungen im Internet surfen. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass mit dem stetigen Ausbau des VDSL-Netzes auch die Anzahl der möglichen Anwendungen steigen wird.


Entscheidung für einen VDSL-Anschluss: Das musst du beachten

Da ein VDSL-Anschluss eine vergleichsweise kostspielige Angelegenheit ist, solltest du im Voraus abwägen, ob sich diese Art von Internetzugang auch wirklich lohnt. VDSL-Anschlüsse sind in der Regel 10 bis 30 Prozent teurer als herkömmliche DSL-Anschlüsse, außerdem muss die alte Hardware ggf.  durch einen neuen Router ersetzt werden.

Ob sich ein VDSL-Anschluss lohnt, ist letztlich von deinem persönlichen Nutzungsverhalten und der Anzahl der Personen abhängig, die den Zugang nutzen möchten. Deswegen empfiehlt sich hier eine sorgfältige Überlegung, wie und wofür du das Internet bisher immer genutzt hast.

Wenn du bereits vorher weißt, dass die Leistung nicht vollständig ausgeschöpft werden kann, ist ein klassischer DSL-Anschluss wahrscheinlich die bessere und günstigere Lösung. Bevor du dich für einen Tarif entscheidest, gilt es außerdem, die Tarifdetails genau zu beachten. Die Angebote können sich im Hinblick auf die mitgelieferte Hardware oder die Versandkosten stark unterscheiden. Auch bei der Einrichtung des Anschlusses können verschiedene Gebühren anfallen. Des Weiteren ist es bei einigen Anbietern üblich, dass der Internetzugang nach Verbrauch einer festgelegten Datenmenge gedrosselt wird. Informiere dich hier also stets im Detail, wie die Konditionen verschiedener Tarife aussehen.


VDSL-Verfügbarkeit und Netzausbau in Deutschland

Die Deutsche Telekom hat bereits im Jahr 2006 mit dem Ausbau eines VDSL-Netzes in Deutschland begonnen, sodass die schnellste DSL-Variante heute an immer mehr Orten verfügbar ist. Seit die Telekom das VDSL-Netz auch für Wettbewerber geöffnet hat, bieten auch andere Provider das Telekom-VDSL zu eigenen Konditionen an. Dabei nutzen Konkurrenten nicht nur das Telekom-Netz, sondern bauen gleichzeitig auch eigene Netze aus.

Trotzdem sind die Angebote verschiedener Provider nicht an jedem Ort gleichermaßen verfügbar, sodass es sich immer empfiehlt, im Voraus die VDSL-Verfügbarkeit für deinen Wohnort zu prüfen. So kannst du ermitteln, ob ein Anschluss mit hohen Geschwindigkeiten an deiner Adresse überhaupt realisierbar ist.

Inzwischen stellen Anbieter wie Vodafone, o2, DNS.net, 1&1, Congstar, aber auch lokale Anbieter VDSL in Deutschland bereit. So steigt nicht nur die Verfügbarkeit der Übertragungstechnik, sondern auch die Anzahl der Angebote.

DSL-Internet

Auch ein klassischer DSL-Anschluss hat seine Vorzüge: Der große Vorteil liegt in der nahezu flächendeckenden Verfügbarkeit in Deutschland. Je nach Tarif kannst du mit Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s im Internet surfen. Informiere dich hier über Vorteile, Tarifarten und Geschwindigkeiten eines DSL-Anschlusses und finde die passenden Angebote.

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VDSL-Anschluss: Einrichtung und benötigte Technik

Damit du VDSL in deinem Haushalt nutzen kannst, muss zunächst der Anschluss eingerichtet werden. Das ist in der Regel kein Problem, allerdings benötigst du dazu die richtige Hardware. Je nach Anbieter ist diese häufig bereits im Tarif mitinbegriffen oder kann für wenig Geld gemietet werden. Wie auch bei einem DSL-Anschluss, benötigst du für einen VDSL-Zugang ebenfalls einen Router bzw. ein Modem und ggf. einen Splitter. Da die Signale für Telefon und Internet über die gleiche Leitung laufen, sorgt der Splitter im Wesentlichen dafür, dass diese aufgeteilt werden.

Dadurch können die entsprechenden Internet-Daten an den Router bzw. das Modem weitergeleitet werden. Allerdings ist ein Splitter heutzutage nicht immer erforderlich, da viele Anschlüsse inzwischen IP-basiert sind.

Auch ein Modem kommt bei VDSL-Anschlüssen eher selten zum Einsatz: Obwohl es sich um eine einfache und günstige Variante handelt, sind VDSL-Modems im freien Handel kaum erhältlich. Außerdem kann immer nur ein Endgerät angeschlossen werden.

Ein VDSL-Router verbindet hingegen mehrere Endgeräte, wie Laptops, PCs oder Smartphones, mit dem Internet – für gewöhnlich über eine kabellose Verbindung (WLAN). Außerdem kann an den Router auch die Telefonanlage angeschlossen werden. Wenn du über den Anschluss auch IPTV nutzen möchtest, benötigst du zusätzlich einen Receiver, welcher ebenfalls mit dem Router verbunden werden kann.

Welche VDSL-Standards gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Standards, die durch die Internationale Fernmeldeunion (ITU) festgelegt sind: VDSL1 und VDSL2. Mit VDSL1 sind im Downstream bis zu 52 MBit/s möglich, jedoch sinkt die Bandbreite mit der Länge der Übertragungsstrecke. Während die Vermittlungsstellen in Großstädten regelmäßig vorhanden sind, wird in kleineren Städten meist nur ein bestimmter Radius abgedeckt.

Bei 2000 Metern Entfernung zur Vermittlungsstelle sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit bereits auf das Niveau eines ADSL-Anschlusses. Aufgrund dieser geringen Signalreichweite und der Inkompatibilität mit dem ADSL-Netz konnte sich der VDSL1-Standard jedoch nicht vollständig durchsetzen und wird heutzutage kaum noch genutzt.

Als Nachfolgestandard wurde schließlich VDSL2 entwickelt: Dieser Standard basiert auf ADSL2+ sowie dem Übertragungsverfahren Discrete Multitone (DMT) und gewährleistet im Downstream bis zu 100 MBit/s. Wenn von VDSL gesprochen wird, so ist für gewöhnlich VDSL2 gemeint.

Verbessert werden die Zugänge vor allem durch die sogenannte Vectoring Technik. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Anschlussart, sondern um eine Erweiterung des bereits existierenden VDSL2-Standards.

Grund für eine verringerte Bandbreite ist häufig die Länge des Kupferkabels, jedoch nicht ausschließlich. Benachbarte Kupferleitungen können sich im Hauptkabel nämlich auch gegenseitig beeinflussen und beeinträchtigen. Das Vectoring soll hier die elektromagnetischen Störungen ausgleichen und die Signale voneinander abschirmen. Somit können die Übertragungsraten enorm gesteigert werden. Zudem ist VDSL2 vollständig abwärtskompatibel, so dass über VDSL2-Leitungen auch die Technologien ADSL, ADSL2 sowie ADSL2+ genutzt werden können.

Unser Fazit

Mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s eignet sich das schnelle VDSL vor allem für Leute, die auf ein schnelles Netz oder hohe Übertragungsdaten angewiesen sind. Das kann etwa bei Familien oder Wohngemeinschaften der Fall sein. Bei der Tarifwahl ist es wichtig, zu prüfen, welcher Betreiber den Wohnort versorgt. Zudem kann es sich lohnen, verschiedene Tarife zu vergleichen. Die Angebote können sich zum Teil stark unterscheiden. Ein Wechsel kann zum Beispiel dann in Erwägung gezogen werden, wenn dein momentaner Anschluss nicht genügend Speed aufweist. In unserem Speedtest kannst du die Geschwindigkeit ganz einfach testen.

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