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Alles, was du über Spam-Anrufe wissen musst

Nervt es dich auch, ständig von unbekannten Nummern angerufen zu werden? In diesem Artikel erfährst du, was Spam-Anrufe sind, woher sie kommen und wie du dich vor ihnen schützen kannst. Mit unseren Tipps bleibst du auf der sicheren Seite und kannst endlich wieder ungestört dein Handy nutzen.

Das Wichtigste zu Spam-Anrufen in Kürze

  • Spam-Anrufe reichen von unerwünschter Werbung bis hin zu gezielten Betrugsversuchen.
  • Bei einer unbekannten Nummer helfen Hinweise wie „Spamverdacht“ bei der Einordnung. Sie sind aber kein eindeutiger Beweis für einen unseriösen Anruf.
  • Typische Warnsignale sind sofortige Handlungsaufforderungen unter Zeitdruck (z. B. Drohung mit Kontosperrung), ungewöhnliche Forderungen, automatische Ansagen oder sehr kurze Ping-Anrufe.
  • Zur Prüfung unbekannter Nummern helfen Listen gemeldeter Spam-Nummern und die Rückwärtssuche; bei Bedarf sperrst du die Nummer anschließend direkt auf dem Smartphone.
  • Bei unerlaubter Telefonwerbung, Ping-Anrufen und anderen belästigenden Anrufversuchen ist die Bundesnetzagentur die richtige Anlaufstelle.

Was sind Spam-Anrufe?

Als Spam-Anrufe werden unerwünschte Telefonanrufe bezeichnet, die häufig von Callcentern, automatisierten Wählsystemen oder Betrügern ausgehen. Dabei lassen sich grob zwei Varianten unterscheiden:

  1. Werbeanrufe die dir Produkte oder Dienstleistungen verkaufen wollen
  2. Betrugsanrufe die darauf abzielen, an dein Geld oder sensible Daten zu gelangen

Typische Betrüger geben sich beispielsweise als Bank, Polizei, Behörde oder Kundenservice aus. Andere Spam-Anrufe werden automatisiert über sogenannte Robocalls oder Dialer gestartet, die innerhalb kurzer Zeit eine große Anzahl von Telefonnummern anwählen.

Nicht jeder Werbeanruf ist automatisch verboten oder unseriös. Hast du einem Unternehmen ausdrücklich erlaubt, dich zu Werbezwecken anzurufen, darf es dich grundsätzlich kontaktieren. Werbeanrufe ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung sind gegenüber Verbrauchern hingegen unzulässig.

Was bedeutet „Spamverdacht“ bei einem Anruf?

Erscheint bei einem eingehenden Anruf die Meldung „Spamverdacht“, „möglicher Spam“ oder eine ähnliche Warnung, wurde die Telefonnummer von deinem Gerät, einer Anrufer-ID-Funktion oder deinem Mobilfunkanbieter als möglicherweise unerwünscht eingestuft.

Das ist ein hilfreiches Warnsignal, aber kein eindeutiger Beweis für einen Betrugsversuch. Umgekehrt bedeutet ein fehlender Hinweis nicht automatisch, dass ein Anruf seriös ist. Bleibe bei einer unbekannten Nummer deshalb grundsätzlich aufmerksam und prüfe im Zweifel erst, wer dich erreichen wollte.

Woran erkenne ich Spam-Anrufe?

Spam-Anrufe sehen nicht immer gleich aus. Trotzdem gibt es einige typische Anzeichen und Betrugsmaschen, an denen du sie erkennst:

  • Unbekannte oder auffällige Rufnummer: Du kennst die Nummer nicht oder erwartest keinen Anruf. Das allein spricht allerdings noch nicht für Spam – hinter einer unbekannten 0800-Nummer steckt zum Beispiel häufig die kostenlose Hotline eines Unternehmens. Auch eine bekannte Nummer ist kein sicherer Echtheitsbeweis: Beim sogenannten Call-ID-Spoofing manipulieren Betrüger die Rufnummernanzeige und lassen beispielsweise eine fremde, tatsächlich existierende Nummer erscheinen.
  • Ungewöhnliche Vorwahl: Besonders bei unerwarteten Anrufen aus dem Ausland lohnt sich ein genauer Blick.
  • Zeitdruck oder Drohungen: Betrüger behaupten beispielsweise, dein Konto sei gesperrt oder verlangen eine sofortige Zahlung.
  • Abfrage sensibler Daten: Seriöse Unternehmen verlangen am Telefon nicht ohne Weiteres nach Passwörtern, TANs oder vollständigen Zugangsdaten.
  • Gezielte Ja-Fragen: Manche Betrüger versuchen, dir mit Fragen wie „Hören Sie mich?“ oder „Spreche ich mit Frau X?“ ein deutliches „Ja“ zu entlocken. Gesprächsmitschnitte können anschließend manipuliert werden, um beispielsweise eine angebliche Zustimmung zu einem Vertrag vorzutäuschen. Antworte bei verdächtigen Anrufen deshalb lieber mit vollständigen Sätzen und beende das Gespräch im Zweifel.
  • Angebliche Gewinne oder überraschende Forderungen: Wirst du mit einem unerwarteten Gewinn oder einer unbekannten Zahlungsforderung konfrontiert, ist Vorsicht angesagt.
  • Automatische Ansagen: Bei Robocalls meldet sich statt einer Person eine Bandansage oder fordert dich auf, eine Taste zu drücken.
  • Sehr kurze Anrufe: Klingelt dein Handy nur einmal und wird direkt wieder aufgelegt, steckt womöglich ein sogenannter Ping-Anruf dahinter.

Gibt es eine Liste mit gefährlichen Telefonnummern?

Eine dauerhaft vollständige Liste mit gefährlichen Telefonnummern gibt es nicht. Clever Dialer veröffentlicht aber regelmäßig eine Top 10 besonders auffälliger Spam-Nummern, die auf erfassten und von Nutzern gemeldeten Anrufen basiert. Die Nummern werden unter anderem Kategorien wie Gewinnspiel, Phishing, Kostenfalle oder Daueranruf zugeordnet. 

Zusätzlich führt die Bundesnetzagentur eine laufend aktualisierte Maßnahmenliste mit auffälligen Rufnummern und ergriffenen Maßnahmen wie Abschaltungen.  

Tipp: Taucht eine unbekannte Nummer in keiner Liste auf, prüfst du sie am besten zusätzlich per Rückwärtssuche

Spam-Anrufe blockieren und stoppen

Unerwünschte Nummern sperrst du direkt über die Telefon-App deines Smartphones. Zusätzlich bieten iPhone und Android integrierte Funktionen, die verdächtige Anrufe erkennen und filtern. Solche Schutzmaßnahmen sind ein wichtiger Teil der allgemeinen Handysicherheit. Wie du die entsprechenden Einstellungen aktivierst, zeigen wir dir Schritt für Schritt.

So gehst du vor, wenn du eine unerwünschte Nummer auf dem iPhone blockieren möchtest:

  1. Öffne die Telefon-App und rufe die Anrufliste auf.
  2. Tippe auf das Info-Symbol (i) neben der betreffenden Telefonnummer.
  3. Scrolle nach unten und tippe auf „Anrufer blockieren“.

Für einen umfassenderen Schutz findest du unter Einstellungen > Apps > Telefon weitere Funktionen zur Anruffilterung. Dort lassen sich beispielsweise als Spam erkannte Anrufe stummschalten oder unbekannte Nummern separat filtern. Auch eine automatische Prüfung unbekannter Anrufer steht zur Verfügung: Dabei fragt das iPhone zunächst nach Name und Grund des Anrufs, bevor es klingelt.

Bei Android unterscheiden sich die Menüpunkte je nach Hersteller und verwendeter Telefon-App. In der Telefon-App von Google zum Beispiel gehst du folgendermaßen vor:

  1. Öffne die Telefon-App.
  2. Tippe auf das Dreipunkt-Menü > Einstellungen > Anrufer-ID und Spam. 
  3. Aktiviere „Anrufer- und Spam-ID anzeigen“.
  4. Aktiviere zusätzlich „Spamanrufe herausfiltern“, um erkannte Spam-Anrufe automatisch zu filtern.

Bei Samsung Galaxy Smartphones findest du den entsprechenden Schutz unter Telefon > Weitere Optionen > Einstellungen > Anrufer-ID und Spam-Schutz. Dort lassen sich Spam- und Scam-Anrufe automatisch sperren.  

Eine einzelne verdächtige Nummer lässt sich bei Android-Handys über die Anrufliste außerdem direkt blockieren und als Spam melden.

Wie kann ich Spam-Anrufe melden?

Unerlaubte Werbeanrufe, Ping-Anrufe und andere belästigende Anrufversuche meldest du über das Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur. Welche Angaben gefragt sind, hängt von der Art des Anrufs ab.

Halte möglichst folgende Informationen fest: 

  • angezeigte Telefonnummer
  • Datum und Uhrzeit des Anrufs
  • bei wiederholten Anrufen: Anzahl und Zeitraum der Anrufversuche
  • falls ein Gespräch stattgefunden hat: Name des Unternehmens, Anlass und Gesprächsinhalt

Je genauer die Angaben ausfallen, desto besser lässt sich der Vorfall einordnen. Bei unerlaubter Telefonwerbung ist außerdem relevant, ob du zuvor in Werbeanrufe eingewilligt hast.

Häufige Fragen zu Spam-Anrufen

Häufen sich die verdächtigen Anrufe innerhalb kurzer Zeit, ist deine Telefonnummer möglicherweise in einem Datenbestand gelandet oder wird automatisiert von einem Dialer angewählt. Solche Systeme testen große Mengen von Rufnummern durch. Gib deine Handynummer deshalb nur dort an, wo sie wirklich benötigt wird, und prüfe Werbeeinwilligungen bei Formularen oder Gewinnspielen genau.

Nicht jeder Spam-Anruf ist automatisch gefährlich. Problematisch wird es vor allem, wenn Betrüger persönliche Daten, Passwörter, TANs oder Zahlungsinformationen abfragen oder dich zu einem kostenpflichtigen Rückruf bewegen. Lege bei verdächtigen Gesprächen auf und gib keine sensiblen Informationen weiter.

Veröffentliche deine Telefonnummer nicht unnötig und gib sie bei Online-Formularen, Gewinnspielen oder Registrierungen nur an, wenn sie tatsächlich erforderlich ist. Achte außerdem darauf, welchen Werbeeinwilligungen du zustimmst. So verringerst du das Risiko, dass deine Nummer in Werbe- oder Spam-Verteilern landet.

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